Geschichte



Die Geschichte Bredenbruchs

Da es keine speziellen geschichtlichen Aufzeichnungen über Bredenbruch gibt, ist es ziemlich schwierig eine ausführliche historische Dokumentation über den Ort zu erstellen. Man kann jedoch aus alten Kirchen-, Gerichts- und Steuerdokumenten einige Informationen zusammentragen. Dies hat bereits der ehemalige Ihmerter Pfarrer Karl Thom für das ganze Ihmerter Tal gemacht. Aus seinem Buch „Der Schlüssel“ kann man auch viele Informationen über Bredenbruch entnehmen, die ich im folgenden Text zusammengefasst und mit Informationen anderer Quellen ergänzt habe.





Woher kommt der Name Bredenbruch?

Laut Ausführungen von Frau Karin von Gymnich in ihrem Buch "Von Adjutantenkamp bis Zeppelinstrasse. Hemers Straßennamen erzählen" wurde Bredenbruch, identisch mit Breitenbruch, bereits um 1450 erwähnt. Breitenbruch bedeutet breite feuchte Niederung. Dort hat der Ihmerter Bach tatsächlich ein breites Tal, in dessen Niederung sich Sumpfflächen erstreckt haben. Mit der Besiedlung sind diese nach und nach trocken gelegt worden.





Erste Besiedelung

Nach den Ausführungen von Pfarrer Thom sind die ersten Siedler des Ihmerter Tals wohl um das Jahr 1000 in dieses unwirtliche Gebiet eingewandert. Da eine Besiedelung für gewöhnlich auch vom Tal aufsteigend bis zu den höheren Regionen vorgeht, wurde Bredenbruch wohl vor Ihmert besiedelt.

Wie bereits oben genannt, wurde eine erste urkundliche Erwähnung Bredenbruchs auf das Jahr 1450 datiert. Schon um 1500 gehörte fast ausschließlich die gesamte Landbevölkerung rings um die Stadt Iserlohn, und damit auch das Gebiet des Ihmerter Tales, pfarramtlich zur Bauernkirche, die vor der Reformation den Namen „Pankratiuskirche“ trug. Hier gab es damals eine Bruderschaft, deren Mitglieder Beiträge leisteten zur Förderung des kirchlichen Dienstes. Auf schmalen Pergamentstreifen, heute noch erhalten, sind die Mitglieder dieser Pankratiusbruderschaft verzeichnet, und zwar in der Zeit von 1450-1508. Unter ihnen findet sich auch ein „Everd van Bredenbrocke und syn wyf“, eingetragen im Jahr 1450.





Bevölkerung und bauliche Entwicklung

Ab 1500

Soweit sich aus alten Urkunden erkennen lässt, hat es im Bereich Bredenbruch um das Jahr 1500 zwei Ansiedlungen gegeben und zwar den Hof der Familie des Everd und einen Hof auf dem Sülberg, bewohnt von der Familie des Hinryck. Dieser Hinryck wird auch in einem Gerichtsprotokoll aus dem Jahre 1563 genannt.





Ab 1600

Zwischen 1600 und 1700 haben sich weitere Familien in Bredenbruch angesiedelt. Erstmals taucht der Name, der heute noch ansässigen Familie Hülter in den Urkunden auf. In dem Text der Steuerveranlagung wird ein Johan Bredenbroich genannt, der Kötter von Beruf ist, und unter diesem Namen „Kötter“ sind die Glieder seiner Familie und seine Nachkommen im Kirchenbuch verzeichnet.

Weitere Bürger dieser Zeit, die aus den damaligen Steuerurkunden hervorgehen( allesamt Drahtzieher von Beruf ):

Georg (Jürgen) Kreft 1654-1738.

Herman Lötters (1694 – 1762)

Edmund Ossenberg (1699 – 1762)

Johan Diederich Schulte (1690 – 1774)

Diederich auf dem Brocke (1673 – 1739)

Johan Diederich auf dem Brocke (Rothbrock; 1690 – 1757)

Johan Peter Kayser (1687 – 1757)

Peter Melchior oder Heer (1681 – 1737)

Herman Hülter (1695 – 1752)





Ab 1700

Die wichtigsten Urkunden aus der Zeit um 1700, die einen Einblick geben in den Stand der Besiedelung des Ihmerter Tales um diese Zeit und die Jahrzehnte vorher, sind folgende:

a) Die Steuerveranlagung der contribuablen Güter aus dem Jahre 1705

b) Das älteste, mit dem Jahre 1708 beginnende Kirchenbuch der Kirchspielsgemeinde Iserlohn

c) Das Verzeichnis der Grabstellen auf dem untersten Kirchhof in Iserlohn aus dem Jahre 1687

Im Matrikel-Anschlag des Amtes Iserlohn vom 5. Februar 1705 wird eine Heinrich Sieberg und ein Thomas Echtem auf dem Sülberg genannt auch ein Johan Bredenbroich taucht dort wieder auf. Am Rothbrauck, was ungefähr im Bereich der ehemaligen Einmündung der Frönsbergerstrasse sein müsste, wird ein Hermann Huete ( Hülter ) und ein Johann Dieterich aufgeführt, in der Holmecke wohnten ein Berent Koete ( Bernhard Körte ) und ein Peter Kampmann.

Erst in der Zeit nach 1720 müssen in Ihmerterbach vom Rothbrauck aufwärts weitere Wohnhäuser entstanden sein; denn aus den Eintragungen der Taufen, Trauungen und Sterbefälle im Kirchenbuch ergibt sich, dass nun die Familien des Caspar auf dem Braucke (eine andere Linie als die oben genannte), Peter Erdmann, Johann Peter Kayser, Peter Melchert und Edmund Ossenberg hier wohnen. Die ersten 3 Familien kommen aus Ihmert, die 4. zieht aus Evingsen und die letzte aus der Wachmecke zu. Zum Teil sind es jungvermählte Ehepaare, die sich hier niedergelassen haben; alle Männer sind Drahtzieher. Es besteht daher die Vermutung, dass diese Häuser in der Nähe der Drahtrollen gebaut worden sind.

Auf dem Sülberg wohntendamals ein Heinrich auf dem Sülberg ( gest. 1710 ) und ein Thomas vom Sülberge ( gest. 1738 ).

Um 1789 erscheint erstmals ein Hermann Schönenberg, der mit seiner Familie zugezogen ist.

In diesen Jahren scheint es auch im Bereich der Architektur einige Fortschritte gegeben zu haben. So kann man in der Beschreibung der Höfe in dem „Inventarium über die Domainen-Gebäude, Frecht und Pflanzungen in der Renthei Iserlohn“ vom Jahre 1739 lesen, dass die Gebäude nicht mehr einfache Fachwerkhäuser waren, sondern stabile Häuser mit 60 cm dicken Mauern, bis unter das Dach gemauert, mit Giebeln aus eichenen Brettern und Strohdächern, einer geräumigen Deele und Viehställen. Und neben dem Haus steht die Scheune.

Ebenfalls wird erstmals das Vorhandensein einer Backstube angegeben, im Volksmund Backs genannt. Sie hat sich wohl im unteren Teil Bredenbruchs bei Essfeld befunden.

In den Jahren 1733/34 ist die Mühle in Bredenbruch gebaut worden. Sie wurde von einem Caspar Rittinghaus bis zu seinem Tode im Jahre 1750 betrieben. Sie war ebenfalls bei Essfeld zu finden. Dieses Gebiet hieß damals „Zur Bredenbrocker Mühle“.

Im Johannistal, das erstmals 1779 als Johannestal erwähnt wurde hat eine Papiermühle gestanden, die um 1740 erbaut wurde. Das Gebiet ist auch als Rabennest bekannt, wurde aber nur selten so genannt. Der Name Johannestal kommt wohl von dem Betreiber der Mühle, Johannes. Neben der Mühle soll auch ein ansehnliches Wohngebäude gestanden haben.

1788 muss es auch auf der Bleiche in Bredenbruch schon ein Haus gegeben haben; denn in dem Sterberegister dieses Jahres ist als Wohnort eines hier verstorbenen Mannes eingetragen: „Bredenbruch auf der Bleiche“.

Weitere namentliche Eintragungen in dieser Zeit aus den o.g. Urkunden ( ebenfalls allesamt Drahtzieher ):

Peter Erdmann in dem Plathause (1709 – 1785)

Herman Hülter (1706 – 1758)

Johan Hülter (1703 – 1765)

Dietrich Bücking

Johann Dietrich Krefft





Ab 1800

Im Taufregister von 1818 wird das Wohnhaus in den Stumpen in Bredenbruch erstmals genannt. In ihm wohnte damals die Familie Hermann Diederich Hülter und Anna Catharina Baumeister bei der Geburt ihres dritten Kindes. Im Taufregister dieses Jahres heißt zwar die Ortsangabe: „Unter der Wachmecke in den Stücken“, aber von 1834 ab lautet sie: „In den (im) Stumpen“. Nach mündlicher Überlieferung sollen damals in dieser Gegend zahlreiche Bäume geschlagen worden sein, deren Stümpfe noch lange Zeit stehen geblieben waren und dieser Gegend den Namen gegeben haben. Auch in diesem Hause wohnen noch heute Nachkommen der damaligen Familie Hülter.

Bei der Volkszählung vom 1.12.1885 ergaben sich folgende Zahlen für Bredenbruch:

33 Häuser und 307 Einwohner





Weitere Bredenbrucher ab 1800 ( Drahtzieher von Beruf ):

Johann Herrmann Graumann

Ludwig Woeste, verh. mit Henriette Schickhaus 1879

August Sittler, verh. mit Friederike Hesse 1883

Jakob Beck, verheiratet mit Laura Koch 1875

Heinrich Knipp, verheiratet mit Henriette Stamm 1877

Ludwig Körte, verheiratet mit Wilhelmine Jeismann 1878

Carl Vieler, led. St 1879

Friedrich Sülberg, verheiratet mit Lina Lötters 1880.

Louis Thöne, verh. mit Maria Wilhelmine Probst 1885

Friedrich Wilhelm Pelzing, verh. mit Julie Möllmann 1883

Friedrich Hegemann, verh. mit Berta Tetmeier 1886

Heinrich Schneider, verh. mit Mina Vollmann 1892

Carl Hombeck, verheiratet mit Sophie Körte 1893





Ab 1900

Nach 1900 nahm die Bevölkerung Bredenbruchs weiter zu. Es gab jetzt ca. 39 Häuser.

Einen enormen Zuwachs an neuen Bürgern brachte jedoch erst die Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

In den Jahren nach 1954 wurden die Gebäude auf dem Lütgenstück gebaut. Die Menschen, die sich dort ansiedelten waren größtenteils Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches. Zunächst wurden diese Neuankömmlinge durch die alteingesessenen Bredenbrucher nicht akzeptiert und weites gehend gemieden. Im Laufe der Jahre erkämpften sich die neuen Bürger jedoch ihren angestammten Platz in Bredenbruch, sind heute fest integriert und aus gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Die Gebäude auf dem Kamp wurden dann nach 1965 gebaut.

In diesen Jahren des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs nahm die Bredenbrucher Bevölkerung kräftig zu.

Heute ist die Entwicklung leider entgegengesetzt.

Aus der Einwohnerstatistik der Stadt Hemer für den Bezirk Bredenbruch ergibt sich ein erheblicher Rückgang der Bevölkerung. So lebten am 31.12.1983 noch 1534 Menschen im Ort. Am 31.12.2006 waren es dann nur noch 1198. Das sind 21% weniger.

Industrielle Entwicklung in Bredenbruch

In den Anfängen der Besiedelung des Ihmerter Tals gab es noch keine Industrie in Bredenbruch, die Menschen lebten vorwiegend von der Landwirtschaft.

Um 1640 herum muss dann der Beruf des Drahtziehers nach Bredenbruch gekommen sein. Der Draht der produziert wurde, war sogenannter Kratzendraht. Dieser Kratzendraht diente zur Anfertigung von Wollkratzen, bürstenartigen Werkzeugen, mit denen man eine gleichmäßige Verteilung der Wollhaare zum Verspinnen erzielte. Zu diesem Zweck war nur ein besonders feiner und elastischer Draht verwendbar. Im Jahre 1615 war dieser, bisher ausschließlich in Aachen gezogene Draht in Iserlohn eingeführt worden, und seine Herstellung hatte hier und in der Umgegend in kurzer Zeit große Verbreitung gefunden.


Der Kratzendraht wurde mit der Hand gezogen; denn die Benutzung der Wasserkraft für die Herstellung dieses feinen Drahtes war zu dieser Zeit noch unbekannt. Auf eine sich drehende Scheibe (Winne, Winde) wurde der Draht mit der Hand aufgewunden und dadurch der Zug durch die Ziehöffnung erzielt. Diese Arbeit verrichtete man in den Häusern. Dass auf diese Weise täglich nur eine ganz geringe Menge Draht gezogen werden konnte, liegt auf der Hand.

Erst Anfang der 70 Jahre des 17. Jahrhunderts wurde der Draht in sogenannten Drahtrollen gezogen. In kleinen, meistens aus Bruchsteinen errichteten einstöckigen Gebäuden, deren Wände von außen und innen verputzt und mit Kalk gestrichen waren, sogenannten Drahtrollen, wurde der Draht bearbeitet. Unmittelbar am Ihmerter Bach gelegen, von Wiesenflächen, zum Teil auch schattigen Bäumen umgeben, fügten sie sich harmonisch dem Landschaftsbilde ein. Durch den Ihmerter Bach wurden die Wasserräder angetrieben. Da aber dieser Bach vielfach nicht genügend Wasser lieferte, war bei einigen Drahtrollen ein Teich, ein so genanntes Staubecken angelegt worden, in dem für die Zeit des Drahtziehens ein Vorrat an Wasser angesammelt wurde. Möglicherweise ist die kleine Ruine neben der Gaststätte zur Linde eine solche Drahtrolle gewesen.

Bekannte Bredenbrucher Drahtrollen waren z.B.: Die Edmundsrolle, die Lüftersrolle und Rotes Röllken.

Die „Edmundsrolle” verdankt ihren Namen dem Drahtzieher Edmund Ossenberg aus der benachbarten Wachmecke. Er heiratete 1727 Elisabeth Erdmann aus Ihmert und ließ sich darauf in Bredenbruch nieder. Wahrscheinlich hatte er schon vorher auf der hiesigen Rolle Draht gezogen. Daß die Rolle nicht nach seinem Familien-, sondern Vornamen benannt wurde, mag auch darin seinen Grund haben, dass dieser der Bevölkerung, die ja nur an solche wie Peter, Caspar, Diederich, Friedrich, Wilhelm, Johann, Hermann, Henrich gewöhnt war, besonders aufgefallen war.

Die „Lüftersrolle” in Bredenbruch ist in der Reihe der am Ihmerterbach gelegenen Drahtrollen die letzte und zugleich größte, da sie über 6 Scheiben verfügte. Im Jahre 1717 heiratete der Drahtzieher Hermann Lötters, geboren 1694 in der Grüne, eine Tochter des Johann Bücking in Bredenbruch. Er und auch sein Sohn Joh. Diederich haben hier das Drahtzieherhandwerk ausgeübt. So ist wohl die Entstehung des Namens dieser Rolle zu erklären.

In der Regel baute man die Drahtrollen mit Bruchsteinen, die im Ihmerter Tal selbst gebrochen werden konnten. Der Name „Rotes Röllken” lässt jedoch vermuten, dass zum Bau dieser Rolle Ziegelsteine verwandt worden sind, deren rote Farbe den Anlass zu diesem Namen gegeben hat. Es ist die Drahtrolle in Bredenbruch, auf der seit 1759 unter den Drahtziehern der Name „Graumann” vertreten ist. Das geht aus den Aufzeichnungen hervor, die Hermann Dietrich Graumann (1807 – 93) im Jahre 1880 angefertigt hat. Er schreibt: „Mein Großvater Johann Hermann Graumann, der in dem kalten Winter Januar 1740 zu Oberhemer am so genannten Hetufer geboren war, kam im Jahr 1759 von dort hierhin und heiratete eine Tochter von dem hier wohnenden Edmund Ossenberq. Dieser hatte 4 Kinder: 1 Sohn und 3 Töchter. Eine Tochter heiratete einen Graumann aus Sundwig, wahrscheinlich im Jahr 1769. Hatten auch ¼ Anteil an unserem Rothen Röllken zu ihrem Eigentum, denn dieser Graumann war auch ein Drahtzieher. Als dieselben etwa 8 Jahre in ihrem Ehestande gelebt hatten, starben die beiden Eltern im Jahr 1777”. Zur Ergänzung und Berichtigung auf Grund der Kirchenbücher sei bemerkt, dass dieser Graumann mit Vornamen Dieterich Hermann hieß und die Heirat nicht 1769, sondern 1767 stattgefunden hatte.

Die letzte in Betrieb befindliche Drahtrolle, bis nach 1850, wurde von Herrmann Dietrich Graumann und H.Hülter betrieben.

Ebenfalls steht fest, dass, wie an anderen Stellen der Mark, so auch im Ihmerter Tal früher Eisenerz gegraben und ausgeschmolzen worden ist. Johann Caspar Lecke (1694-1785) schreibt nämlich in seiner Chronik von Iserlohn: „In der Ihmerter Bauernschaft müssen viele Eysensteine gefunden sein. Die oben unter Ihmert an der Bache aufgetürmten Eysenschlacken beweisen eine da gewesene Schmelzstätte und die nicht allzu weit davon in den so genannten Bracken befindlichen Bingen bewähren solches“.

Zur Zeit der Abfassung dieser Chronik im Jahre 1760 waren also noch die Schlackenhaufen und die Bingen (Pingen), treppenartige Abstufungen die nach dem Wegräumen der Erde zu der tiefer liegenden Erzschicht führten, zu sehen. Heute noch erinnern an jene Stätten in Ihmerterbach die im Volksmund gebräuchlichen Bezeichnungen „Sinnernhaufen“ am Abhang der Anhöhe und „Luppenbraicken“ in dem benachbarten Waldstück. In der aktuellen deutschen Grundkarte sind ebenfalls noch heute die ehemaligen Bergwerke in den Wäldern rund um Bredenbruch eingezeichnet. Z.B. findet man direkt oberhalb des Steinbruchs beim Schießheim einen solchen Eintrag. Im gegenüberliegenden Wald in Richtung Frönsberg war auch ein Bergwerg, ebenso hinter der Sülberger Siedlung.

1854-1857 wurde endlich eine befestigte Straße durch Bredenbruch gebaut, was der Drahtindustrie vor Ort einen enormen Auftrieb gab. Die ersten größeren Drahtfabriken entstanden und lösten die kleinen Drahtrollen nach und nach ab. Es wurden immer mehr Arbeiter benötigt. Die Bevölkerung nahm dadurch kräftig zu.

Die Zunahme an Arbeitsplätzen in Bredenbruch bedeutete aber nicht zwangsläufig, dass alle Bürger auch tatsächlich hier ihrer Arbeit nachgingen. In den Bergwerken der Gemeinden Hemer und Iserlohn gab es immer einen hohen Bedarf an Arbeitskräften, der mit Sicherheit auch durch Arbeiter aus Bredenbruch gedeckt wurde. Z.B. findet man den Bergmann Johann Horst aus Bredenbruch in dem Protokoll einer Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Iserlohn, vom 21.03.1869.

Mit der Fertigstellung der Kleinbahnlinie von Westig nach Ihmert 1913 gab es weiteren Auftrieb in der industriellen Entwicklung Bredenbruchs.

Z.B bekam die 1912 gegründete Drahtfabrik Lötters im Jahre 1916 einen Gleisanschluss. Dadurch war es möglich die Produkte nun schnell und kostengünstig zu verfrachten. 1938 hatte Firma Lötters bereits 60 Mitarbeiter. Nach dem Kauf der Firmen Graumann und vom Braucke erhöhte sich die Mitarbeiterzahl 1964 auf 170 Mitarbeiter.

Als Arbeitgeber hat die Bredenbrucher Drahtindustrie auch heute noch eine enorme Bedeutung.

Kuriositäten und Vergessenes

Die Hellestraße

Ob der Name Hellestraße wirklich von einem lichten, hellen Ort, oder Weg abgeleitet wird, wage ich zu bezweifeln. Ich führe den Namen auf eine andere Begebenheit zurück:

In der Urkarte Bredenbruchs von 1829 wird ein Gebiet zwischen der heutigen Hellestraße, des Breitenbruchwegs und der Ihmerter Straße als „In der Hölle“ bezeichnet. Das bedeutet aber nicht, dass die Hellestraße nach dem Wohnort des Teufels benannt wurde. Eine andere Vermutung scheint mir wahrscheinlicher zu sein. Helle wurde wohl von Hölle abgeleitet und Hölle wiederum von Höhle. Das setzt natürlich das Vorhandensein einer Höhle voraus. Auf einer alten Karte, die einige Bredenbrucher schon gesehen haben wollen, ist eine Höhle eingezeichnet. Leider habe ich sie selber noch nicht gesehen, ich forsche aber weiter nach ihrem Verbleib. Ebenfalls gab es Aussagen, mittlerweile verstorbener Bredenbrucher, dass es an der Ecke Hellestraße / Lütgenstück einen zugemauerten Eingang gegeben haben soll. Demnach könnte die Theorie wohl stimmen, dass die Hellstraße nach einer Höhle benannt wurde.

Eine Kuriosität wäre eine solche Höhle auf jeden Fall, da es bei den in Bredenbruch vorkommenden tektonischen Verhältnissen eigentlich keine Höhlen ( natürlicher Art ) geben dürfte. Mit Sicherheit wäre eine natürliche Höhle in diesem Gebiet ein hochinteressantes Forschungsobjekt für die Wissenschaft. Aber, wer weiß? Vielleicht haben ja auch nur ehemalige Bewohner Bredenbruchs eine Zufluchtsstätte geschaffen, um sich z.B. vor feindlichen Truppen während der mehrmaligen französischen Besetzung der Region, wie z.B. im Jahre 1806, zu schützen.

Was ebenfalls kaum noch bekannt ist, ist die Tatsache, dass die Hellestraße während einer gewissen zeitlichen Epoche Deutschlands einen anderen Namen gehabt hat. In der bis 1954 fortgeführten Karte von 1871 kann man den durchgestrichenen Straßennamen „Herrmann-Göring-Straße“ lesen!!!

Bemerkenswert ist auch, dass der heute kaum noch genutzte Heuweg in früheren Zeiten wohl eine enorme Bedeutung gehabt haben muss. Warum das so war ergibt sich schon aus dem Namen „Heuweg“, in Verbindung mit der Tatsache, dass die Landwirtschaft zur damaligen Zeit eine weitaus bedeutendere Rolle gespielt hat, als heutzutage. Zumindest erscheint der Heuweg auf der Urkarte in einer gleichberechtigten Darstellung, wie z.B. die Hellestraße.

Bemerkung

Diese kurze Abhandlung über Bredenbruchs Geschichte erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie ist aber nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengefasst.

Über weitere Informationen oder ggf. auch Berichtigungen würden ich mich sehr freuen.


Frank Neppe